
Jedem Unternehmer dürfte die Binsenwahrheit bekannt sein: Während ein Unternehmen bei guter Führung praktisch ewig existieren kann, ist die Zeit des an der Spitze stehenden Unternehmers aus rein biologischen Gründen irgendwann einmal abgelaufen. Um die Weiterexistenz des Unternehmens zu sichern, wird er deshalb die Führung und damit seine eigene Person erneuern müssen.
Keine leichte Aufgabe für all diejenigen charismatischen Unternehmer, welche ihren bisherigen Lebensinhalt im eigenen Unternehmen gesehen haben bzw. dieses wie ihr eigenes Ich betrachten. Die Beschäftigung mit der Unternehmensnachfolge sollte ab dem 55. Altersjahr des Unternehmers beginnen. Dies hat viele Gründe: Allenfalls muss das Unternehmen noch für die Übergabe umstrukturiert werden, was wegen allfälligen steuerlichen Sperrfristen Jahre dauern kann.
Die Unternehmensnachfolge ist mitunter zudem ein aufwändiger emotionaler und rationaler Prozess. Nicht selten wird erst nach Jahren erkannt, dass der familieninterne Nachfolger eben doch nicht für die Übernahme taugt oder diese eigentlich gar nicht möchte und der Nachfolgeprozess nochmals völlig neu aufgerollt werden muss. Schliesslich ist zu bedenken, dass in unserem schnelllebigen Wirtschaftsprozess unternehmerische Innovationen immer wichtiger werden. Untersuchen zeigen, dass ein rechtzeitig ausgelöster Generationenwechsel auch im Unternehmen zu wünschbaren und notwendigen Veränderungsprozessen führen kann. Der Unternehmer tut deshalb gut daran, sich rechtzeitig mit der Unternehmensnachfolge zu beschäftigen, bevor es zu spät ist oder diese gar von aussen (z.B. der eigenen Familie, den Banken oder Kunden) aufgezwungen wird.
Die nachstehende Graphik zeigt, dass in der Regel mit zunehmendem Alter des Seniors dessen Anpassungsfähigkeit und Risikobereitschaft gewollt oder ungewollt zurückgeht, währenddessen das Unternehmen sich in dieser Zeitphase vermehrt neuen Märkten und Technologien anpassen muss. Der ideale Übergabezeitpunkt liegt deshalb an dieser Schnittstelle.
